Archiv

Category Archive for ‘Allgemein’

Verfasst von Urania 20. Oktober 2025
Veröffentlicht in Lichtverschmutzung – rund um Haus und Garten

wenn „mehr“ nächtliches Kunstlicht zur falschen Antwort führt

Obwohl vielen Menschen klar ist, dass Lichtverschmutzung reduziert werden muss, stoßen Maßnahmen immer wieder auf Vorurteile, falsche Bedenken und geschürte Ängste gegenüber der natürlichen Nacht. Dass dies unbegründet sind, zeigen Statistiken, Untersuchungen und Erfahrungen in den Kommunen, die nachts abschalten,

Daher – eine Spurensuche:

Weiterlesen: Begriffsverwirrung: Beleuchtete Dunkelheit und „subjektive“ Un-Sicherheit

Am 04. März 2021 gegen 21 Uhr war Sarah Everard in London-Brixton auf dem Nachhauseweg. Eine halbe Stunde später wurde sie auf Höhe von Poynders Court in der Poynders Road https://interactive.guim.co.uk/uploader/embed/2021/09/archive-zip/giv-825Nb5PLX6IpwSc von einem einzelnen Polizisten überprüft. Das war ihr brutaler Mörder; s.u. und hier https://de.wikipedia.org/wiki/Mordfall_Sarah_Everard

Die Trauer war enorm, es folgte eine Welle der Anteilnahme. Die Trauer wandelte sich in Wut und der Ruf „Frauen sind nachts nicht sicher.“ wurde immer lauter.

Doch lief Sarah entlang einer hell erleuchteten Straße und war so für ihren Mörder gut sichtbar. Müsste es daher nicht korrekterweise heißen: „Frauen sind abends an hell erleuchteten Straßen nicht sicher, wenn sie alleine sind“?

Der Fall Sarah Everard, der in England zu großen Diskussionen führte, zeigt, wie komplex das Thema ist und wie undifferenziert die Debatte rund um das Wort „nachts“ oder „Dunkelheit“.

Nachts“?

Auch in jüngeren Debatten rund um „Stadtbilder“ und „Töchter“ wird wieder der Begriff „nachts“ verwendet. Doch was ist mit Nacht gemeint? In unseren Siedlungen gibt es längst keine natürliche Dunkelheit mit unterschiedlichen Helligkeiten durch die Mondphasen mehr. Was wir als „nachts“ bezeichnen, ist ein dauerbeleuchteter, teils tagheller Dauerzustand. Trotzdem wird in der öffentlichen Debatte oft „mehr Licht“ gefordert. Doch dieser Reflex ist trügerisch: Er klingt nach Handeln, ersetzt aber keine Auseinandersetzung mit den tatsächlichen Ursachen von „gefühlter“ Un-Sicherheit. Der Versuch, Sicherheit durch nächtliches Kunstlicht zu erzeugen, verkennt die Realität und schürt falsche Ängste: Sichtbarkeit schützt nicht vor Übergriffen, sondern kann Menschen sogar exponierter machen. D.h., weder Tageslicht noch Licht in der Nacht kann Vorfälle verhindern. Im Gegenteil.

Noch mehr Licht löst dieses Problem nicht. Im Gegenteil – insbesondere für Frauen erzeugt nächtliches Kunstlicht sog. Laufsteg- und Rampenlichteffekte: wer sich alleine bewegt, steht sichtbar, beobachtbar, exponiert und verletzlich im Licht. Dunkle Bereiche, die zu späten Uhrzeiten, wenn nur wenige Menschen auf der Straße sind, wichtig wären, fehlen: Dunklere oder weniger helle Bereiche böten jedoch die Möglichkeit schützender Deckung, was für das Gefühl von Schutz und Privatsphäre entscheidend ist. Beleuchtung an sich kann zudem ein unangenehmes Gefühl verstärken – wenn sie z.B. stark blendet, oder zu starke Kontraste oder Schatten erzeugt (psychologische Blendung).

Wertet man Pressemeldungen zu Vorfällen aus – z.B. über das Presseportal Blaulicht – wird deutlich, dass Tageslicht und nächtliche Beleuchtung Vorfälle eher begünstigen.

Fakten: Es ist ist statistisch nicht belegt, dass in natürlicher Dunkelheit mit ihren durch Mond- und Sternenlicht unterschiedlichen Helligkeiten oder in dunklen und schwach beleuchteten Bereichen in Städten mehr Vorfälle geschehen. Die Erfahrungen mit Nachtabschaltungen, die in Frankreich flächendeckend und in Deutschland in Großstädten wie z.B. Gütersloh erfolgen, führen zu keinem Anstieg von Vorfällen. In Frankreich, wo über 20 000 Kommunen abschalten, sind auch keine Probleme gemeldet. https://naturnacht-fulda-rhoen.de/ressourcen/nachtabschaltung-oeffentliche-beleuchtung/

Schlechtes Benehmen, übergriffiges Verhalten oder Kriminalität, die Zufallsopfer betreffen könnte, sucht sich nicht Dunkelheit sondern Gelegenheiten. Diese können durch Sichtbarkeit aufgrund nächtlicher Beleuchtung oder Tageslicht überhaupt erst entstehen. Zu betrachten ist auch, dass nächtliches Kunstlicht die menschlichen Aktivitäten verlängert – einhergehend mit Übergehen von Müdigkeit, höherem Alkoholkonsum etc.

Nachteile nächtlicher Beleuchtung in Städten:

Info: Viele Kommunen – auch Großstädte – schalten nachts die öffentliche Beleuchtung ab, problemlos: Infos dazu, Studien und Untersuchungen sowie Strategien im Umgang mit Bedenken und Lösungen für Menschen mit Unsicherheiten: https://naturnacht-fulda-rhoen.de/ressourcen/nachtabschaltung-oeffentliche-beleuchtung/gibt es hier und hier: https://naturnacht-fulda-rhoen.de/ressourcen/nachtabschaltung-oeffentliche-beleuchtung/

Frauen in der (beleuchteten) Nacht – das (teils geschürte) mulmige Gefühl

Besonders auffällig ist, dass Frauen häufig mit dem Versprechen beruhigt werden, hell erleuchtete Straßen machten sie zu späten Uhrzeiten sicherer. Dabei zeigt die Realität: Sichtbarkeit schützt nicht vor Gewalt – im Gegenteil. Tatsächlich können hell erleuchtete Straßen sogar gefährlicher sein, weil sie uns sichtbar und verletzlich machen. Das Gefühl von Unsicherheit entsteht nicht durch Dunkelheit, sondern durch das Alleinsein in bestimmten Situationen:

D.h. eine beleuchtete Straße oder Platz in der kalten Jahreszeit, die am frühen Abend durch viele Menschen noch ausreichend belebt ist, kann Stunden später, wenn kaum noch jemand unterwegs ist, anders wirken. Die Atmosphäre verändert sich – 20 Uhr im Sommer ist ein anderes 20 Uhr als im Winter. Aber auch das Joggen im Tageslicht außerhalb der Siedlung, beispielsweise im Wald oder an abgelegenen Orten, kann ein mulmiges Gefühl hervorrufen. Die Einsamkeit und die Geräusche der Natur können beunruhigend sein, besonders wenn man sich allein fühlt. In beiden Fällen sorgt die Begleitung durch andere Menschen für ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. Das Wissen, dass man nicht allein ist, kann die Wahrnehmung der Umgebung und Situation stark beeinflussen

Keine zufällig verfolgte Person würde auf einem hell erleuchteten Platz Schutz suchen: Allen „zufälligen Opfer“ eines Verbrechens ist gemein, dass sie lieber nicht hätten gesehen werden wollen. Licht macht sichtbar, nicht sicher – mehr Beleuchtung und Ausleuchtung verändert die Gelegenheiten für Kriminalität.

Bild: Eine hell erleuchtete Einkaufsstraße – mitten in der Stadt – wird medienwirksam als „Angstraum“ klassifiziert.
Bild: Auch hier wird ein hell erleuchteter Weg als vermeintlicher Angstraum gezeigt: Weil man wie auf einem Laufsteg gut sichtbar ist. Auch Bahnhöfe und Clubs werden genannt. Wo ist mehr Kunstlicht als dort? Bei Parks fehlt die soziale Kontrolle – deshalb sollten sie nicht beleuchtet werden, um nicht auf dem Laufsteg zu landen:
rp-online.de – Lichtverschmutzung: Düsseldorf will Paulinenpark nicht beleuchten

Anmerkung: Noch nie hatte ein Teilnehmer- oder eine Teilnehmerin während meiner Sternenführung Angst in der echten natürlichen Dunkelheit unter dem Sternenzelt oder in der Mondnacht. Noch nie. Es sind oft Frauen, die pro-Nachtabschaltung in den späten Abendstunden sind. Es sind Frauen, die selbstbewusst um die Fakten wissen und

Begriffs- und Sprachverwirrung im Dauerlicht

Wenn wir also abstrakt über Sicherheit bei Nacht sprechen, sollten wir auch über Sprache sprechen – und darüber, was wir wirklich meinen, wenn wir „Dunkelheit“ oder „nachts“ sagen. Denn wo die Nacht verschwindet, geht nicht nur der Sternenhimmel verloren, sondern auch ein Stück Wirklichkeit. Unsere Sprache verschleiert dabei die Realität, in dem Begriffe wie „Nacht“, „Dunkelheit“ und „Sicherheit“ im öffentlichen Diskurs irreführend verwendet werden: Wir sprechen von „dunklen Straßen“ oder „dunklen Parks“ obwohl diese Bereiche in Wirklichkeit hell erleuchtet sind und oft um ein Vielfaches intensiver, als es für das Sehen notwendig wäre.

Die Forderung nach mehr Beleuchtung verschiebt also den Fokus: Sie lenkt ab von sozialen, städtebaulichen und gesellschaftlichen Maßnahmen, die tatsächlich Sicherheit schaffen könnten – etwa gute Nachbarschafts- und Sozialstrukturen, pfiffige Ideen wie „Wir gehen gemeinsam nach Hause“-Apps, Präventionsarbeit oder eine sensible Raumgestaltung. Denn: Weder Tageslicht noch die beleuchtete Dunkelheit ersetzen an abgelegenen Orten wie tagsüber im Wald oder zu unbelebten Uhrzeiten in hell erleuchteten Straßen oder Plätzen nachts für ängstliche Menschen die Gesellschaft durch andere Menschen.

Gibt es ein Recht auf Angstfreiheit?

Es gibt ein Recht auf Sicherheit – nicht aber auf Angstfreiheit. Reale Sicherheit misst sich an Fakten, nicht an Gefühlen. Es steht zwar jedem frei, Ängste zu haben. Aber es ist umso problematischer, wenn falsche Ängste medial, populistisch und aus Verkaufsgründen geschürt werden. Dies führt zu hohen individuellen und gesellschaftlichen Kosten, z.B. für Ressourcen und Energie und im Fall von Lichtverschmutzung zum Verlust der Biodiversität.

Wenn wir über „Dunkelheit“ sprechen, sollten wir uns daher fragen, was wir damit wirklich meinen – und wem das Dauerlicht eigentlich nützt. Denn mit jeder überflüssigen Lampe verlieren wir ein Stück echter Nacht, ein Stück Natur – und am Ende auch ein Stück Ehrlichkeit im Umgang mit unseren Ängsten. Es geht nicht um „kein Kunstlicht“ sondern um ein sinnvolles Verhältnis zwischen dem, was für das Sehen notwendig ist im Verhältnis zur Überbeleuchtung mit allen Nachtteilen für Mensch und Natur.

Mittel wirksam einsetzen – Prävention und reale Sicherheit

Statistisch gesehen, finden sexuelle Übergriffe nicht an dunklen Orten oder hell erleuchteten Straßen statt, sondern in den eigenen vier Wänden (Beziehungstaten). Aussage Zentrum für Kriminalitätsforschung und BKA 2022:
BmBFSFJ – Häusliche Gewalt im Jahr 2022: Opferzahl um 8,5 Prozent gestiegen – Dunkelfeld wird stärker ausgeleuchtet

Tageslicht und die beleuchtete Dunkelheit lösen keine gesellschaftlichen Probleme

Zusammenfassend lösen weder Tageslicht noch die beleuchtete Dunkelheit und auch nicht die natürliche Dunkelheit gesellschaftliche Probleme wie z.B. Armutskriminalität, Eifersucht (Femizide), unfreiwilliges Zölibat (Incels) oder Frauenverachtung. Weder Tageslicht noch die beleuchtete oder natürliche Dunkelheit ersetzen an abgelegenen (wie tagsüber im Wald) Orten oder zu unbelebten Uhrzeiten (wie alleine auf hell erleuchteten Plätzen) die sozial gefühlte Sicherheit, die anwesende Menschen bieten.

Screenshot NDR: Frauen laufen – entgegen der Überschrift – einen hell erleuchteten Weg entlang. Hier ist gar nichts dunkel.

Besonders auffällig ist, dass Frauen durch die Licht-Debatte populistisch beeinflusst werden. Ihnen wird suggeriert, hell beleuchtete Straßen – wie hier im Bild – machten sie sicherer – eine Illusion, die von der Realität ablenkt. Tatsächlich sind die größten Gefahren für Frauen oft im familiären Umfeld oder durch soziale Dynamiken bedingt, nicht durch Dunkelheit. Die öffentliche Diskussion über „Licht gegen Angst“ ist damit im Kern eine Scheindebatte, die gesellschaftliche Ursachen von Unsicherheit verschleiert. Die meisten Straftaten geschehen nicht in der natürlichen Dunkelheit, sondern im Licht – am Tag oder in der künstlich beleuchteten Nacht. Kriminalität sucht keine Dunkelheit, sondern Gelegenheit. Die Vorstellung, Dunkelheit sei gefährlich, ist also mehr kulturell als real begründet. Sie dient oft dazu, Licht als Symbol der Kontrolle zu rechtfertigen – auch dort, wo es längst überflüssig ist. Oft reicht das künstliche Himmelsleuchten für die Orientierung aus und das Mitführen einer Taschenlampe bietet eigenes Licht, ohne selbst allzu sichtbar zu werden.

Wenn wir von Nacht sprechen, sollten wir wieder die natürliche Dunkelheit meinen – die echte natürliche Dunkelheit, die Leben schützt und mit Sternen- und Mondlicht Orientierung gibt und uns Menschen und Tieren Deckung bietet. Sie muss bewahrt, nicht bestrahlt werden.

Die Angst, Zufallsopfer zu werden – ist ein lukratives Geschäft

Vorteile der Nachtabschaltung und was wirklich gegen falsche Ängste hilft:
https://naturnacht-fulda-rhoen.de/wp-content/uploads/2025/02/nachtabschaltung-vorteile-und-unbehagen-hess.-netzwerk-gegen-lvs-gross.pdf

Künstliches Licht durchdringt jeden Winkel, nimmt Tieren ihren Lebensraum, irritiert Zugvögel, verändert das Verhalten von Insekten, nimmt uns den Sternenhimmel und das Mondlicht und stört auch unseren eigenen Schlafrhythmus. https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/zu-viel-licht-im-schlafzimmer-beguenstigt-herz-kreislauf-erkrankungen-a-157a95e8-ef6a-4359-956a-a012e3beef48

Gefühlte“ vs. echte Sicherheit

Die Tücken der künstlich beleuchteten Dunkelheit

  • Sichtbarkeit durch Licht ist nicht mit Sicherheit gleichzusetzen und kann unangenehme Gefühle auslösen (Präsentierteller, Laufstegeffekt);
  • Beleuchtung bietet keinen realen Schutz, weder tags noch nachts;
  • Beleuchtung kann dagegen Vorfälle begünstigen, überhaupt erst ermöglichen  oder zu riskanterem Verhalten führen;
  • Beleuchtung kann dazu führen, dass man auf Wege gelenkt wird, die wegen Licht vermeintlich sicher wirken, aber außerhalb sozialer Kontrolle liegen;
  • Beleuchtung kann den unangenehmen „Laufsteg-, Schaufenster- oder Präsentiertellereffekt“ verursachen, der ein ungutes Gefühl der Exponiertheit hervorruft, alleine schutzlos zu sein.
  • Lichtquellen können zu Blendung und starken Kontraste führen und Sehfähigkeit soweit herabsetzen, dass man in der dunklen Umgebung kaum etwas erkennt; mit der Folge dass:
  • je nach Grad der Blendung können Unbehagen, Unsicherheit und Ermüdung (psychologische Blendung) auftreten;
  • Künstliches Licht hält wach und kann krank machen:
    Es macht öffentliche Räume attraktiver zum Verweilen, was einhergeht mit Übergehen des Müdigkeitspunkts. Dies kann erhöhte Reizbarkeit, aggressives Verhalten und Verringerung prosozialer Reaktionen zur Folge haben, ebenso wie erhöhten Alkoholkonsum, nächtlichem Lärm und Vermüllung etc., was wiederum bei unbeteiligten Passanten und Anwohnenden Unbehagen verursachen kann. Auch die Gesundheit leitet unter Aufenthalt im nächtlichen Dauerlicht.

Hier werden Fälle aufgeführt, in denen Frauen im Licht Zufallsopfer wurden:

Hintergrund: Die Diskussionen um „Frauen in der Nacht“ nahm Fahrt auf mit dem tragischen Mordn am Zufallsopfer Sara Evarad. Sie war in London-Brixton an einem Märzabend gegen 21 Uhr auf dem Heimweg und lief eine hell erleuchtete Straße entland. Ein Polizeiwagen hielt an und ein einzelner (Elite-)Polizist stieg heraus und kontrollierte sie. Das war ihr Mörder. Mordfall Sarah Everard – Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Mordfall_Sarah_Everard

Der Fall sorgte für eine riesen Welle der Anteilnahme – und der Wut, Frauen seien nachts nicht sicher. Der Fall ist aber auch gut rekonstruiert- sie war wirklich zur falschen Zeit am falsche Ort. Die Straße war um diese Uhrzeit menschenleer, jedoch hell erleuchtet. Sie hielt sich also in der beleuchteten Dunkelheit auf. Sarah schöpfte keinen Verdacht, weil der Täter im Polizeiauto unterwegs war. Der Täter wiederum konnte Sarah gut sehen und auch, dass es keine Zeugen geben wird. In der beleuchten Dunkelheit und m Licht der Straßenlaternen war Sarah gut sichtbar, sie hätte sich nicht verstecken können.

Beispiele für Zufallsopfer im öffentlichen Raum (Fälle, die mich berühren)

  1. Im Tageslicht: Mord auf dem Radweg am 05.09.2023 gegen 10 Uhr: Gabriele M. aus Schiffweiler. Frau M. war am 05.09.2023 morgens gegen 10 mit ihrem E-Bike auf einem Radweg unterwegs, als der der Täter sie als Zufallsopfer auswählte, vergewaltigte und ermordete. Prozesse – 69-jährige Radfahrerin getötet: Angeklagter schweigt – Panorama – SZ.de
  1. In der beleuchteten Dunkelheit: Mord an schwangeren Frau in der hell erleuchteter Innenstadt von Offenburg am 11.02.2025 zwischen 17 – 18:30 h
    https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/suedbaden/schwer-verletzte-frau-in-offenburg-erliegt-verletzungen-100.html und https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/110975/5969024
  2. Am hell erleuchteten Bahnsteig: Mordversuch an Zufallsopfer am 16.02.2025 um 17:15 Uhr:
    POL-HK: Hodenhagen: Versuchtes Tötungsdelikt – Zeugen gesucht! | Presseportal
  3. Femizid kennt keine Uhrzeit – Mord am Nachmittag am 08.07.2025: https://www.hessenschau.de/panorama/heidenrod-tote-in-ferienwohnung-gefunden—mutmasslicher-taeter-offenbar-auch-tot-v2,tote-ferienwohnung-heidenrod-100.html

Nachträglicher Hinweis zur Transparenz:
Das Beitragsbild ist KI-generiert.

Vom NABU Butjadingen eingeladen hielten wir, Karin Dörpmund und Anette Lennarz von der Initiative für nachhaltige Außenbeleuchtung Dark Sky Nord Bremen und Umzu, am 30.03.26 im Atrium, Strandallee Burhave unseren Vortrag. 

Da das Thema Lichtverschmutzung ein breitgefächertes Querschnittsthema ist, wurden im Vorfeld vier Schwerpunkte gewünscht: Biodiversität, Natur-Schutzgesetze, Stadtplanung, Ressourcen- und Energiebilanz im Kontext des Klimaschutzes. Aufgrund des Umfangs der Präsentation fügten wir nach jedem Themenbereich eine Fragerunde ein. Das ermöglichte einen regen Austausch mit dem interessierten Publikum.

Wie wir es bereits so oft erlebt haben, kamen Rückmeldungen wie „Diese Zusammenhänge habe ich noch nie so gesehen!“ und auch konkreter „Da muss ich meine Gartenbeleuchtung bedenken!“. Eine Teilnehmerin meinte spontan: „Die Solarfackeln stelle ich jetzt nicht mehr auf!“ Denn das ist das Schöne bei diesem Thema Lichtverschmutzung: Ein jeder kann SOFORT etwas für unsere Gesundheit, für ein lebenswertes Habitat und zum Schutz der Artenvielfalt tun! 

Foto vom Vortrag in Butjadingen. Zu sehen ist Karin, wie sie vor interessierten Teilnehmenden den Vortrag hält.

Ein Wehmutstropfen dieses Abends war allerdings, dass von den dreizehn ZuhörerInnen kein Anwohner oder politischer Entscheidungsträger anwesend war, obwohl der Organisator des Abends, Detlef Glückselig, für den Vortrag in den Medien Werbung machte. Was wir daraus ablesen können, ist, dass das ‚Thema‘ Lichtverschmutzung noch nicht die Relevanz im öffentlichen Diskurs einnimmt, wie zum Beispiel die Luftverschmutzung und die durch Lärm verursachten gesundheitlichen Schäden. Denn je mehr Privatpersonen ihre Rechte und je mehr Stadtplaner ihre Gesundheits- und Umweltfördernde Möglichkeiten kennen, desto eher wird die Freude am Leben und dem (Weltkulturerbe!) Sternenhimmel für uns und alle, die nach uns kommen, mehr geschützt. 

Und doch: der Nabu Butjadingen/Burhave zeigte großes Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit mit der Dark Sky Nord. Dazu wurde auch die Entwicklung und Durchführung eines Wochenend-Workshops angedacht.

Auch in diesem Jahr laden wir, die Aktiven der Dark Sky Nord – Bremen und Umzu, alle kreativen Enthusiasten der Dunklen Nacht dazu ein, Ihren Geschichten eine Plattform zu geben.

Halten Sie Ihre Ideen und Vorstellungen über die natürliche Dunkelheit und die Schönheit der Nacht fest. Packen Sie sie in emotionale, tiefsinnige, originelle, heitere und/oder dramatische Kurzgeschichten oder kurze Geschichten!

(Bitte beachten Sie unbedingt die Teilnahmebedingungen unten)

Warum sollen wir Geschichten schreiben? Ist Lichtverschmutzung nicht ein Thema für die Naturwissenschaften und die Politik?

Die wenigsten unter uns haben den Bericht vom Weltklimarat (IPCC – Intergovernmental Panel on Climate Change) gelesen und doch wissen wir alle, dass ‘das Haus brennt’. Doch wie können wir die brenzlige Situation den Menschen näherbringen? Durch Geschichten. Das kennen wir alle, seit wir die ersten Lagerfeuer erfanden und die Unbilden des Tages in kurze Sätze packten, die jede/r verstand und nachvollziehen konnte. So auch zum Thema ALAN (artificial night at night), das sofort mit Biodiversität, Technologie, Gesundheit etc., also mit naturwissenschaftlichen Themen in Verbindung gebracht wird. Doch genau dieses Verständnis für unser Weltkulturerbe ‘natürlich dunkler Nachthimmel’ wollen wir jetzt auch über Geschichten vermitteln.

Und dafür brauchen wir Ihre Kreativität.

Was ist ALAN genau?

ALAN oder auch Lichtverschmutzung ist ein noch unterschätztes Phänomen unserer so genannten 24/7 Gesellschaft, die die Nacht zum Tag macht: carpe noctem (Genieße die Nacht).

Nur sehr langsam werden wir uns der Auswirkungen z. B. auf die Gesundheit, die Biodiversität, den Energieverbrauch, das Weltkulturerbe bewusst. Durch die ‘Energiekrise’ ist die künstliche Beleuchtung in der Nacht sozusagen über Nacht zu einem Thema geworden, welches Einsparungspotenzial verspricht, aber auch mit dem Verzichtsnarrativ eng gekoppelt ist.

Die natürliche Dunkelheit ist ein Refugium für nachtaktive Lebewesen und der Erholungsraum für die tagaktiven Geschöpfe. Sprechen wir allerdings über die Dunkelheit, dann verbinden wir sie unvermittelt mit Gefahr, Rückständigkeit, Boshaftigkeit (dunkle Gedanken), Kriminalität und Verzweiflung. Schnell ist jemand ‘umnachtet’ oder dumm wie die Nacht. Ereignisse werfen einen dunklen Schatten voraus und passiert uns etwas Unangenehmes, sprechen wir von den Schattenseiten des Lebens.

Und was ist mit der Schönheit der natürlichen Nacht?

Rilke wusste es. Novalis auch.

Keiner spricht von der Dunkelheit am Ende des Tunnels, niemand wagt es, dort hineinzutreten. Keiner schreibt Epen über glorreiche Ritter des dunklen Grals, niemand träumt von Heldentaten zum Schutz der umhüllenden Nacht, der Ruhe und dem Frieden für die Augen und der Seele, dem heilenden Schlaf in der natürlichen Dunkelheit.‘ (s. Blog – fiction: Die beruhigenden Eigenschaften der Dunkelheit)

Wir haben unsere Verbindung zur natürlichen Dunkelheit auch in unserer Sprache verloren.

Und deshalb laden wir Sie ein, der Nacht positive Konnotationen zu schenken und die zweite Tageshälfte in Texten zu ihrer Schönheit zurückzuführen.

Natürlich darf die/der AutorIn kontrastieren, d. h. auch Geschichten mit ‘schweren’ Themen sind erwünscht. Doch vergessen Sie bitte nicht umzudenken.

Was gibt es zu gewinnen?

  1. Der wichtigste Preis: Sie werden als WegbereiterIn ein unterschätztes Thema vielen Menschen näherbringen und betreten ein neues Podium im Bereich Climate Fiction. Durch die Veröffentlichung auf unserer Homepage wird eine breite Leserschaft Ihr Werk kennenlernen. Und auch auf unseren Vorträgen werden wir Ihre Geschichte, Ihre Sicht auf die Schönheit der Nacht den Menschen näherbringen. – Karin Dörpmund selbst, schreibt Climate Fiction, und sie ist Mitglied im Climate Fiction Writers Europe e. V. – und wer weiß? Vielleicht ist auch hier für Sie eine weitere Tür, um Ihre Geschichte noch mehr Menschen vorzustellen, z. B. bei der European Light Pollution Coalition – ELPC (www.lightpollutioncoalition.eu). Es wurden bereits Überlegungen angestellt, Fiction als einen Baustein zu integrieren.
  2. Der erste Preis ist eine Sternenführung mit Sabine Frank im Biosphärenreservat Rhön (von der International Dark Sky Association (IDA) anerkannter Sternenpark). Sabine Frank ist Sternenparkkoordinatorin im Biosphärenreservat und eine Verfechterin der natürlichen Dunkelheit. Sie berät überregional Städte, Kommunen und Gemeinden die öffentliche und auch die private Beleuchtung nachhaltig zu gestalten und unterstützt viele Organisationen aus dem Dark Sky Bereich mit ihrer Kompetenz.
  3. Der zweite Preis ist das Buch des Astrofotografen Bernd Pröschold: Reiseziel Sternenhimmel: Die dunkelsten Beobachtungsplätze in Deutschland und Europa. Bernd Pröschold ist einem größeren Publikum durch astronomische Zeitraffervideos bekannt geworden. Er arbeitet mit einer Technik, die unter dem Schlagwort „Holy Grail Timelapse“ bekannt wurde. Er ist Mitglied im Fotografennetzwerk TWAN (The World at Night).
  4. Der dritte Preis ist eine Semlos Leselampe, Augenschutz Bernstein Klemmlampe für ein augenschonendes Schreiben und Lesen und einen sich anschließenden gesunden Schlaf.

Rahmenbedingungen

Eingereicht werden kann pro TeilnehmerIn nur ein bisher nicht in einem Printmedium oder digital veröffentlichter Text.  

Bitte übersenden Sie uns ZWEI Dokumente:

  • Die kurze Geschichte NUR mit Titel OHNE Autorenbezug (d. h. keine Name oder ähnliches im Text).
  • Eine kurze Vita (u. a. mit Namen, bisheriger literarischer / künstlerischer Werdegang, Bezug zu den Themen Dunkelheit – Nacht – Astronomie – Webseite etc.), die bei einer Veröffentlichung mit abgedruckt werden kann/soll. Eine anonyme oder die Veröffentlichung unter Pseudonym ist aber auch möglich. Bitte teilen Sie es uns mit. – UND rein für die interne Verwendung, Ihre Kontaktdaten mit: Name, Adresse, E-Mail-Adresse, Telefonnummer und auch nochmal den Titel Ihrer Geschichte zur besseren Zuordnung und Arbeitserleichterung.

Mit der Teilnahme an dem Wettbewerb versichern die TeilnehmerInnen, dass der eingesandte Beitrag selbst verfasst ist und keine Rechte Dritter verletzt werden. Des Weiteren erklären sich die TeilnehmerInnen damit einverstanden, dass der Textbeitrag (im Ausschnitt oder komplett – zu Werbezwecken) auf der Homepage der Dark Sky Nord – Bremen und Umzu – Initiative für nachhaltige Außenbeleuchtung und andere Medien (z. B. unserem Werbeflyer, Roll-Ups) und auf Vorträgen und Lesungen veröffentlicht wird.

Es verbleiben alle Rechte bei den AutorInnen. Der Dark Sky Nord wird lediglich ein nichtexklusives Abdruckrecht (print – Werbeflyer – digital – Homepage) eingeräumt, räumlich und zeitlich unbegrenzt. Die AutorInnen können also weiterhin über den eigenen Text ansonsten frei verfügen.

Verwendung von Künstlicher Intelligenz (KI)

Bei den Rahmenbedingungen orientieren wir uns an dem Rahmen des „Schreiblust Verlag“:

Die Einsendung muss von der einsendenden Person selbst verfasst sein, und alle Rechte müssen bei dieser Person liegen. Falls Künstliche Intelligenz (KI) in dem von uns zugelassenen Rahmen verwendet wurde, ist dies anzugeben.

Der Rahmen:

Geschichten, bei denen der kreative Prozess, die zugrundeliegende konkrete Idee oder das Ausformulieren des Textes das Arbeitsergebnis generativer KI sind, sind von allen Ausschreibungen und Wettbewerben ausgeschlossen.

Jede Person, die bei uns Texte einreicht, muss sicherstellen können, dass ihr Text von urheberrechtlich geschützten Inhalten Dritter keinen Gebrauch macht; er kann also nur das Ergebnis der kreativen Schreibarbeit dieser Person sein.

Die Benutzung von KI als Werkzeug ist erlaubt. Dazu zählen die Korrektur (Rechtschreibung und Grammatik), der Abgleich mit (Schreib-)Regeln und die Recherche.

Quelle: https://schreiblust-verlag.de/ki-rahmenbedingungen

Ein Anspruch auf ein Honorar besteht nicht.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir keine Stellungnahmen zu einzelnen Texten geben werden.

Und hier die Teilnahmebedingungen. Beiträge, die den Vorgaben nicht entsprechen, können leider nicht berücksichtigt werden. Bitte haben Sie auch dafür Verständnis.

  • Die Text-Beiträge bitte ausschließlich als WORD oder OpenDocument Format (z.B. Libre Office, Open Office)-Dokument elektronisch einsenden – kein PDF
  • Max 10.000 ZeichenOHNE Leerzeichen
  • Dateiname
    <Jahr 4 Stellig>-<Titel der Geschichte>-<Name Autor/in>.docx
    z. B. 2026-Willkommen auf der Dunklen Seite der Nacht-Dark Sky Nord.docx
  • Schriftart: Arial, Brush Script MT, Courier New, Georgia, Impact, Liberation Sans, Tahoma, Times New Roman, Trebuchet MS, Verdana (Standard Windows, Mac oder Linux Schriftarten, keine Schreibschrift)
  • Schriftgröße: 12 pt
  • Zeilenabstand: 1,5
  • Texte bitte in Normseite. Dieses Format wird auch von Agenturen und Verlagen eingefordert und ist im schriftstellerischen Bereich Standard. Hier können Sie entsprechende Formate herunterladen:
    Was ist eine Normseite? – Textmanufaktur
  • Texteinsendungen, die von den genannten Rahmenbedingungen abweichen, können wir nicht berücksichtigen.
  • Schriftsprache: Deutsch
  • Der Versand von Sachgewinnen außerhalb Deutschlands ist ausgeschlossen.

Einsendeschluss: Sommersonnenwende am 21. Juni 2026

E-Mail-Adresse: geschichtenwettbewerb@darksky-nord.de

Die Bekanntgabe der Gewinner wird am 13. August 2026 erfolgen.

Mitglieder der DarkSky-Nord sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Foto: Karin Dörpmund – 11.10.2018 in Hamburg

In Zeiten der Energiekrise rückt die Nacht wieder in unseren Fokus. In der Sendung „Die Macht der Nacht“ in der Reihe „Twist“ auf ARTE begegnen wir allerdings oder endlich (?) der magischen Seite der vergessenen zweiten Tageshälfte.

In dem Beitrag „Die Macht der Nacht“ zeigen uns KünstlerInnen die inspirierenden Seiten der Nacht: der Vibraphon-Musiker Pascal Schumacher schickt uns mit seinem Album „Luna“ in die Sphären unseres Erdbegleiters, die Lichtkünstlerin Giny Vos und die Performance-Künstlerin Anne Imhof zeigen uns ihre Schöpfungen und die niederländische Schriftstellerin Anna Woltz erzählt von Ihren neuesten Werk Nächte im Tunnel und ihre Sicht auf die Nacht.

Dass fantastische Fotografien in der Nacht entstehen können, zeigt auch der Fotograf Oskar Schlechter in Leipzig mit seiner neuen Fotoserie „Darkless“. Er lässt uns die Schönheit der Nacht durch seine Fotos der Milchstraße erleben, aber verweist auch auf die Lichtverschmutzung, durch die wir uns selbst des atemberaubenden Erlebnisses, das Weltkulturerbe Sternenhimmel, berauben. “Darkless” wird zu einem Plädoyer unseren exzessiven Lichtkonsum zu überdenken und uns für die Magie, die Schönheit und die beruhigenden Eigenschaften der natürlichen Dunkelheit wieder zu entscheiden.  

Santiago de Chile – Sky Costanera – Juli 2018 – Foto: Lutz Dörpmund

Es war weit nach Vierundzwanzig Uhr. Der Lärm von bremsenden Autos und Bussen auf nassem Asphalt, anfahrenden LKWs, von lärmenden Menschen, die aus den Clubs, Theatern und Kinos kamen, ihr Lachen, ihre Schritte, ihr Rufen, krabbelte wie Trolle genauso unbarmherzig wie das künstliche Licht der nicht abgeschirmten Laternenflut der Stadt die Fassade hoch hinauf in die Räume eines Visual-Loft.

Die Lichtinstallationen an den Glaswänden der umliegenden Hochhäuser imitierten abwechselnd Wasserfälle unter einem Regenbogen und Schriftzüge weltumspannender Markendesigner von Skybeamern gezeichnet. Auch Sky Costanera leuchtete dem stellaren Lichtkunstparcour hoch über der Stadt entgegen, bereit es mit ihm aufzunehmen, gewann den ungleichen Zweikampf mit dem Himmel und weichte die astralen Strukturen zu einer pastösen Masse auf. Das Orange der Natriumdampflampen auf den Straßen der Vergangenheit musste schon vor einigen Monaten sein Haupt vor der neuen Leuchtdiodenlichtzeit neigen, löste sich auf und verschwand genau wie der Himmel – spurlos. Die Moderne unterstand jetzt dem Regime der Energieeffizienz, der großen Hure Rebound. Ganz Santiago, wie alle Großstädte der Welt, stand im Skyglowverbund der planetaren illuminierten Netzwerke und sog alles um sich herum unbarmherzig in den Lichtsmog ein.

Die Lichtfluter in Seths Visual-Loft ließen die Wände in Blau- und Rottönen erzittern. Die Fotografien von glänzenden Orten und glänzenden Menschen wurden von violetten Leuchtstreifen umrahmt. Auf dem Flur, im Bad und im Schlafzimmer waren es Grün-, Orange- und Gelbtöne, durch dezent versteckte Bodenstrahler präzis an die Decke projiziert, die sich selbstbewusst der Kakophonie des eindringenden Lichtspektakels der Stadt entgegenstellten, um zu dominieren.

Hier residierte Seth, der Farbwechsler, das Chamäleon der Moderne.

weiterlesen…

Wir engagieren uns seit einiger Zeit im Bereich der Lichtverschmutzung.

Die anstehende Erneuerung der ausgefallenen Straßenlampe (Roggenkampsweg in Bremen) haben wir zum Anlass genommen am 15.10.22 einige Messungen durchzuführen.

Der weltweite LED-Trend hat in den letzten zehn Jahren das Problem der Lichtverschmutzung verschärft. Das liegt daran, dass LEDs kurzwelliges (blaues) Licht emittieren. Dadurch kann der Schlaf-Wach-Rhythmus von Menschen und vielen Wildtieren gestört werden.

§ 3 Abs. 2 BlmSchG (Bundesimmissionsschutzgesetz): (künstliches) Licht, welches auf Menschen, Tiere und Pflanzen, den Boden, das Wasser, die Atmosphäre sowie Kultur- und sonstige Sachgüter einwirkt, ist eine Immission. (Also, wenn künstlich, meistens leider eine Lichtverschmutzung.)

Bundesnaturschutzgesetz: NEU seit Juni 2021 – § 41 a – Schutz von Tieren und Pflanzen vor nachteiligen Auswirkungen von Beleuchtungen. (Auch Lichtverschmutzung führt zu Artensterben!)

Das Land Bremen installiert neue Lampen mit max.(?) 3000 Kelvin. – Leider wird dabei oft nicht auf das Lichtspektrum geachtet. Sprich, der schädliche Blauanteil ist noch vorhanden. – Ebenfalls wird die Lichtintensität vernachlässigt. Sie sollte laut wissenschaftlichen Untersuchungen bei Hauptstraßen zwischen 7,5 und 15 Lux und bei Anwohnerstraßen bei max. 3 Lux liegen.

weiterlesen…

Sternwarten haben es nicht leicht.

Sternwarten und der Wunsch der AmateurastronomInnen den Wert des Weltkulturerbes den Menschen zu vermitteln, werden oft als ‘Hobby’ betrachtet.

Dann wird die Lichtverschmutzung – ALAN (artificial light at night) – oft ‘nur’ als eine störende Randerscheinung und als ein ‘Hobbyproblem’ gesehen.

Sternwarten haben es wie gesagt nicht leicht. Auch die Volkssternwarte in Langwedel nicht.

Aber sie können etwas unternehmen: sie können die Bevölkerung umfassend informieren.

Das geschah am 24. September 2022, ein Sonnabend, in Daverden im wunderschönen Küsterhaus.

Die Volkssternwarte Langwedel e. V. zusammen mit der Dark Sky Nord – Bremen und Umzu lud die Bürgerinnen und Bürger zu einem Informationstag zum Thema Lichtverschmutzung ein.

weiterlesen…